#133 Missverständnisse beginnen im Kopf

Shownotes

Kennst du das Gefühl, wenn Worte nicht so ankommen, wie sie gemeint sind? In dieser Episode spreche ich darüber, warum das größte Missverständnis in der Kommunikation der Glaube ist, dass Gesagtes auch verstanden wird. Ich nehme dich mit in die Welt der inneren Filter, Geschichten im Kopf und zeige, wie Unsicherheit unsere Wahrnehmung steuert. Erfahre, warum Resilienz und bewusste Kommunikation eng zusammenhängen und wie kleine Fragen große Missverständnisse verhindern können. Lass uns gemeinsam entdecken, wie Klarheit und Wertschätzung die Basis für gelungene Gespräche bilden. Wenn dir die Episode gefallen hat, freue ich mich, wenn du den Podcast abonnierst, die Folge teilst oder mir eine Bewertung da lässt.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Schwarz, leicht, schwer.

00:00:29: Wissverständnisse beginnen im Kopf, um warum hier oft etwas anderes hören als gesagt wird.

00:00:37: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode hier am Podcast Schwarz-Leicht-Schwer und die Bettina wieder hier!

00:00:43: Jetzt freut mich dass du wieder dabei bist.

00:00:47: Das größte Missverständnis in der Kommunikation ist der Glaube das Gesagt auch Verstanden bedeutet.

00:00:57: Als ich diesen Satz vor einigen Jahren zum ersten Mal gelesen habe musste ich schmunzeln.

00:01:04: Heute denke ich, in diesem einen Satz steckt wahrscheinlich mehr Wahrheit über Kommunikation als in vielen Kommunikationsseminaren.

00:01:14: Denn wenn ich auf Gesprächen unternehmenschaue – auf Konflikte und Teams, auf Missverständnisse im Familien oder auch auf Situationen aus meinem eigenen Leben dann stelle ich immer wieder fest die wichtigsten Probleme entstehen weil Menschen nicht miteinander reden und die meisten Probleme entstehen, weil Menschen etwas anderes hören als gesagt wurde.

00:01:43: Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen über Missverständnisse, über Kommunikation, über die Geschichten in unserem Kopf und darüber warum Resilienz viel mehr mit Kommunikations zu tun hat als wir oft glauben!

00:01:59: Denn vielleicht ist das Wichtigste, was du aus dieser Episode mitnehmen kannst.

00:02:04: Menschen hören nicht nur Worte – sie hören auch immer ihre eigene Geschichte!

00:02:11: Ja und ich beginne mal mit einer Beobachtung die mich immer wieder beschäftigt.

00:02:16: Wie Du weißt begleite ich ja meine Arbeit unter Nebenführungskräfte & Teams.

00:02:21: Und da gibt es immer einen Satz.

00:02:24: den höre ich immer, Ein Satz, dem wahrscheinlich jeder von uns schon einmal gesagt hat erlautet.

00:02:32: Aber das habe ich doch gar nicht gesagt.

00:02:34: Manchmal vielleicht auch noch – das habe Ich doch gar nichts so gesagt!

00:02:38: Aber vielleicht kennst du diesen Moment?

00:02:40: Du führst ein Gespräch, du gibst Feedback, du erklärst etwas, du äußerst eine Meinung und irgendwann stellst du fest der andere hat etwas völlig anderes verstanden.

00:02:51: Dann beginnt auf die Suche nach dem Fehler.

00:02:53: War ich unklar?

00:02:55: Hat der andere nicht richtig zugehört?

00:02:57: War die Botschaft missverständlich?

00:03:01: Ich glaube heute, Die Antwort liegt oft an einer ganz anderen Stelle.

00:03:07: Denn Kommunikation beginnt nicht beim Sprechen.

00:03:10: Kommunikationsbeginnend beim Zuhören oder viel einfacher gesagt, Kommunikion ist keine Paketlieferung!

00:03:20: Viele Menschen stellen sich kommunikation vor wie ein Paketdienst.

00:03:24: Ich sende eine Botschaft, der andere empfängt

00:03:27: sie.".

00:03:28: Fertig!

00:03:30: Doch so funktioniert Kommunikation nicht.

00:03:35: Kommunikationsübersetzung.

00:03:38: Denn zwischen dem was ich sage und dem was beim anderen ankommt liegt ein mächtiger Filter.

00:03:46: oder sind die Erfahrungen des Anderen seine Erwartungen, seine Unsicherheiten, seine Hoffnungen, Seine Enttäuschung.

00:03:55: Seine bisherigen Erlebnisse, seine Überzeugung und was auch immer es noch sein mag!

00:04:01: Und manchmal sind es sogar Geschichten die viele Jahre zurücklegen – und was bedeutet das?

00:04:07: Niemand hört neutral zu.

00:04:11: Niemand auch du nicht, auch ich nicht.

00:04:14: Wir alle hören durch unsere eigene Brille Nett, ne?

00:04:20: Wir hören nie nur Worte.

00:04:24: Stell dir jetzt mal vor eine Führungskraft sagt, schauen Sie sich das Bitte noch einmal an!

00:04:29: Für die Führungskraft vielleicht ein völlig sachlicher Satz... Doch was hört der

00:04:37: Andere?!

00:04:39: Vielleicht das war nicht gut genug oder ich habe einen Fehler gemacht oder er oder sie ist unzufrieden mit mir oder sie traut mir das nicht zu.

00:04:50: Der Satz ist derselbe, die Bedeutung nicht.

00:04:54: Und genau hier entstehen Missverständnisse – nicht in den Worten sondern in der Interpretation.

00:05:02: und glaubt mir das passiert jeden Tag in Unternehmen, in Familien im Partnerschaften, in Freundschaften oder manchmal sogar zwischen Menschen, die sich eigentlich gut kennen!

00:05:17: da auch oft mal versucht zu erinnern, wie oft sage ich das?

00:05:19: Hey schau dir das noch einmal an.

00:05:21: Aber das war ja in dem Moment nicht meine Kritik, das war vielleicht einfach nochmal der Hinweis.

00:05:26: Vielleicht fällt dir noch was Gutes dazu ein aber es wird wirklich tatsächlich immer ganz anders wahrgenommen.

00:05:35: Warum liebt denn unsere Gehirnen eigentlich Geschichten?

00:05:38: Unser Gehirn mag nämlich keine Unsicherheit.

00:05:40: Das Gehirne liegt Klarheitssicherheit Vorhersehbarkeit und Deshalb passiert immer etwas ganz Interessantes.

00:05:49: Sobald Informationen fehlen, beginnt nämlich unser Gehirn automatisch die Lücken zu füllen.

00:05:55: Das hast du bestimmt auch schon erlebt.

00:05:58: Du schreibst jemanden eine Nachricht?

00:06:00: Keine Antwort!

00:06:01: Nach einer Stunde denkst du Wahrscheinlich beschäftigt.

00:06:05: nach einigen Stunden denkst Du Vielleicht hat die Person gerade viel zu tun Aber dann geht es los.

00:06:12: Schon am nächsten Tag überlegst du Habe ich etwas Falsches geschrieben Und irgendwann denkst du, offenbar stimmt etwas nicht.

00:06:21: Das Spannende daran ist die Fragten haben sich überhaupt nicht verändert Die Geschichte schon und genau das machen wir jeden Tag Nicht weil wir irrational sind sondern weil unser Gehirn Sicherheit schaffen möchte Selbst dann wenn diese Sicherheit nur aus einer Vermutung besteht.

00:06:46: Jetzt stellt sich doch die Frage Warum Unsicherheit Kommunikation verändert?

00:06:51: Und hier wird es gerade besonders spannend, denn viele Missverständnisse entstehen in Phasen von Unsicherkeit.

00:06:59: Das kann sein wenn Menschen unter Druck stehen, wenn Veränderungen anstehen, wenn Entscheidungen offen sind, wenn Ängste im Raum sind und je unsicherer wir uns fühlen, desto empfindlicher werden unsere inneren Filter.

00:07:14: Dann hören wir schneller Kritik Dann vermuten wir schneller Ablehnung, dann interpretieren wir schneller Kontrolle.

00:07:22: Dann reagieren wir stärker auf Zwischentöner und genau deshalb hat Kommunikation ganz viel mit Resilienz zu tun!

00:07:31: Und was heißt das jetzt konkret?

00:07:33: Warum ist es so?

00:07:35: Vielleicht fragst du dich auch, was hat Resilience eigentlich mit Kommunikations zu

00:07:38: tun?!

00:07:40: Ich sage dir die Antwort – sehr viel!

00:07:44: Ein resilienter Mensch kommuniziert nicht automatisch besser Aber er interpretiert bewusster.

00:07:52: Er hält Unsicherheit länger aus, er muss nicht jede Lücke sofort mit einer Geschichte füllen und er überprüft seine Annahmen.

00:08:02: Er kann sagen ich weiß noch nicht wie das gemeint war Und genau das verhindert viele Missverständnisse Denn viele Konflikte entstehen nicht aus Fakten sondern aus Geschichten über Fakten.

00:08:22: Und genau dazu habe ich jetzt auch eine Geschichte, außer im Coaching und das war... Ich arbeite sehr viel mit Führungskräften und es war auch wieder eine Führungskraft.

00:08:32: Sie war sehr frustriert und der Satz lautete, mein Team übernimmt keine Verantwortung!

00:08:41: Sie war davon überzeugt und ehrlich gesagt hatte sie auch viele Beispiele dafür.

00:08:47: Mitarbeiter fragten ständig nach, Entscheidungen wurden ständig abgesichert.

00:08:53: Verantwortung wurde nicht übernommen.

00:08:56: sie wurde zurückgegeben.

00:08:58: Es sprach alles scheinbar dafür.

00:09:02: Das Leben ist nicht nur schwarz

00:09:04: oder weiß.

00:09:06: Doch als wir genauer hinschauten wurde etwas sichtbar.

00:09:10: Immer dann wenn etwas Nicht gut gelaufen war sagte sie Ich wünsche mir mehr Eigenverantwortung oder sie sagte auch, ihr müsst selbstständiger werden.

00:09:21: Für Sie war das eine Ermutigung!

00:09:25: Sie wollte Mut fördern und Verantwortung stärken – auch Entscheidungsfähigkeit entwickeln.

00:09:31: Doch Ihr Team hörte etwas völlig anderes nämlich… Also hörte interpretierte etwas anderes?

00:09:41: Ihr macht zu viele Fehler oder passt doch besser auf?

00:09:45: Macht es endlich

00:09:46: richtig?!

00:09:48: Und was passierte?

00:09:50: Die Mitarbeitenden wurden nicht mutiger, sie wurden vorsichtiger.

00:09:55: Sie fragten häufiger nach – sie sicherten auch die Entscheidungen stärker ab.

00:10:02: und schließlich war es so dass beide Seiten Sturzkraft- und Mitarbeiter frustriert waren.

00:10:08: Die Führungskraft dachte, die Mitarbeiter übernehmen keine Verantwortung.

00:10:13: Das Team dachte Fehler sind offenbar nicht erwünscht.

00:10:17: Niemand hatte schlechte Absichten, niemand wollte Konflikte.

00:10:21: Aber beide Seiten hörten schrägstrich interpretierten immer etwas anderes und genau deshalb genügt es nicht auf die eigene Absicht zu schauen.

00:10:33: Entscheidend ist auch hier die Wirkung!

00:10:39: Und diese Geschichten, die Konflikte erzeugen haben immer etwas Faszinierendes.

00:10:48: Interpretation für die

00:10:50: Wahrheit.".

00:10:51: Jemand antwortet kurz.

00:10:53: Unsere Geschichte lautet, er ist genervt.

00:10:57: Jemand stellt eine kritische Frage!

00:11:00: Unsere Geschichte lautet?

00:11:02: Er oder sie vertraut mir nicht.

00:11:05: Jemands schweigt unsere Geschichte dazu, das Thema ist ihm egal.

00:11:10: Vielleicht stimmt das vielleicht aber auch nicht.

00:11:14: und genau deshalb lohnt es sich immer wieder innen zu halten und sich zu fragen, was weiß ich wirklich?

00:11:24: Und was interpretiere ich gerade?

00:11:28: Allein diese beiden Fragen können Kommunikation entscheidend verändern.

00:11:34: Was weiß ich wirklich?

00:11:36: Was interpretiere Ich gerade?

00:11:38: Finde zwei nette und wichtige Fragen!

00:11:43: Die wichtigste Frage guter Kommunikations- und das ist auch eine Frage die ich in meiner Arbeit unglaublich wertvoll finde.

00:11:51: Sie lautet nämlich, wie hast du das verstanden?

00:11:55: Nicht war das klar.

00:11:58: Auch nicht hast Du zugehört sondern wie hast Du das verstanden?

00:12:05: Denn plötzlich wird sichtbar was beim anderen angekommen ist.

00:12:09: und manchmal stellen wir fest zwischen Absicht und Wirkung liegen Welten.

00:12:16: Und auch dazu wieder Klarheit ist Wertschätzung weil viele Menschen glauben Klarheit ist sehr hart, doch das Gegenteil ist oft der Fall.

00:12:28: Klarheit isst Orientierung und Klarheit schafft Sicherheit!

00:12:34: Und noch viel wichtiger – Klarheit reduziert Missverständnisse.

00:12:40: Wenn Menschen ständig zwischen den Zeilen lesen müssen wird Zusammenarbeit sehr anstrengend.

00:12:46: Aber wenn Erwartungen nicht ausgesprochen werden entstehen Enttäuschung Und wenn Verantwortung nicht geklärt wird, entstehen Konflikte.

00:12:56: Genau deshalb ist Klarheit keine Härte.

00:12:59: Klarheit ist

00:13:00: Wertschätzung.".

00:13:03: So jetzt habe ich glaube ganz viel zu der Thematik auch der Kommunikation und warum wir ja auch Nicht-Nicht kommunizieren können gesagt – und jetzt hab' ich natürlich für die tatsächlich mal so für die kommenden Tage für dich drei Impulse.

00:13:22: Diese drei Impulse sind nicht eine To-do Liste, sondern sie sind eine Einladung in den nächsten Tagen etwas bewusster hinzuhören.

00:13:32: Und der erste Impuls ist Beobachte Deine Geschichten.

00:13:36: Achte einmal darauf wie oft Du am Tag etwas interpretierst.

00:13:41: Jemand antwortet knapp jemand meldet sich nicht zurück jemand schaut kritisch jemand stellt eine Rückfrage.

00:13:48: das könnten so Situationen sein Und dann wird wahrscheinlich eines passieren, eine Geschichte entsteht in deinem Kopf.

00:13:56: Vielleicht stimmt sie?

00:13:57: Vielleicht stimmt Sie nicht!

00:13:59: Aber der erste Schritt zur besseren Kommunikation ist nicht besserer Antworten zu geben sondern die eigenen Interpretationen zu erkennen.

00:14:08: Darum frage dich häufiger Was weiß ich wirklich und was ergänze ich gerade selbst?

00:14:18: Also Aufgabe ist Beobachte Deine Geschichten.

00:14:23: Und jetzt kommt der Impuls zwei, halte Unsicherheit einen Moment länger aus!

00:14:31: Nicht jede offene Frage braucht sofort eine Antwort.

00:14:37: Auch nicht jedes Schweigen ist Ablehnung und auch nicht jede Rückfrage ist Kritik.

00:14:45: Und nicht jede Meinungsverschiedenheit ist ein Konflikt aufwichtig zu wissen oder einfach wahrzunehmen.

00:14:52: Unser Gehirn möchte natürlich schnell Klarheit schaffen.

00:14:56: Doch manchmal führt genau diese Schnelligkeit zu Missverständnissen!

00:15:01: Vielleicht darfst du in dieser Woche oder die nächsten Wochen einmal bewusst einen Moment länger in der Unsicherheit bleiben, ohne sofort eine Geschichte darauszumachen?

00:15:12: Und eins ist auch noch – Genau dort beginnt Resilienz!

00:15:17: Halte Unsicherkeit einen Moment langer aus als bisher….

00:15:21: So, jetzt kommt der dritte Impuls.

00:15:23: Wenn... Also wenn du nur eine Sache aus dieser Episode mitnehmen möchtest dann vielleicht diese Wie hast du das verstanden?

00:15:55: Oder vielleicht auch, was war dir dabei wichtig?

00:16:01: Weil diese kleinen Fragen verhindern oft große Missverständnisse.

00:16:07: Also ersetzt deine Annahme durch eine Frage.

00:16:10: Das waren jetzt mal so drei Impulse die du gerne auch mal für dich ausprobieren und dann reflektieren darfst.

00:16:18: Und zum Schluss nochmal ein paar Gedanken.

00:16:21: Vielleicht geht es in guter Kommunikation gar nicht darum, immer die richtigen Worte zu finden.

00:16:26: Vielleicht geht's vielmehr darum, neugierig zu bleiben – auf den anderen, auf seine Sicht und auch auf seine Geschichte!

00:16:36: Und auf die Möglichkeit dass zwischen dem was gesagt wurde und dem was wir gehört haben manchmal eine ganze Welt liegt.

00:16:45: Denn Missverständnisse beginnen nicht dort wo gesprochen wird.

00:16:50: Sie beginnen oft dort, wo Bedeutung entsteht in unseren Erfahrungen und Erwartungen, in unseren Interpretationen.

00:16:58: Und deshalb ist gute Kommunikation weit mehr als die richtigen Worte zu finden weil sie beginnt mit der Bereitschaft nicht sofort alles zu wissen, nicht sofort Alles zu bewerten und Nicht sofort alles so interpretieren Denn Missverständnisse beginnen im Kopf Verständnis aber auch So, und das war's für heute.

00:17:21: Ich wünsche dir eine gute Zeit!

00:17:23: Und wünsch dir eine eine gute und wertschätzende Kommunikation und sage bis bald mal wieder Deiner Bettina

00:17:31: Das Leben ist nicht nur schwarz oder weiß.

00:17:34: Die Kunst liegt darin Stärke zu zeigen und Schwächen zu akzeptieren.

00:17:39: Jetzt damit loslegen Denn Steh auf Menschen sind widerstandswähiger Und vor allem Nicht Schwarz

00:17:45: sehen

00:17:46: sondern Schwarz

00:17:46: hören.

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