#141 Der schwierigste Satz im Berufsleben
Shownotes
In dieser Episode spreche ich darüber, warum der Satz „Ich weiß es nicht“ zu den kraftvollsten Werkzeugen im Berufsleben gehört – gerade für Führungskräfte und Unternehmer. Ich erzähle aus meinen eigenen Erfahrungen, wie Ehrlichkeit und das Zulassen von Nichtwissen Vertrauen, Klarheit und echte Orientierung schaffen können, wo Perfektion oft nur Druck erzeugt.
Gemeinsam reflektieren wir, wie der Mut zur Lücke nicht nur Raum für bessere Lösungen, sondern auch mehr Glaubwürdigkeit und Leichtigkeit im Arbeitsalltag ermöglicht. Am Ende gebe ich dir einen Klarheitsimpuls mit, der dich einlädt, in herausfordernden Situationen souverän und authentisch zu reagieren und zu erleben, dass Führung nicht bedeutet, immer alles zu wissen, sondern ehrlich und verantwortungsvoll mit Unsicherheit umzugehen. Wenn dir die Episode gefallen hat, freue ich mich, wenn du den Podcast abonnierst, die Folge teilst oder mir eine Bewertung da lässt.
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Transkript anzeigen
00:00:14: Der schwierigste Satz im Berufsleben.
00:00:17: Warum, ich weiß es nicht.
00:00:19: Manchmal die stärkste Antwort ist Es gibt Sätze, die sagen wir nur ungern Nicht weil sie schwer auszusprechen wären sondern weil wir glauben Sie könnten etwas über uns aussagen Über unsere Kompetenz, über unserer Erfahrung, über unsere Führung, über unseren Wert.
00:00:40: Und einer dieser Sätze lautet Ich weiß es Vier Worte, mehr nicht.
00:00:47: Doch gehören Sie wahrscheinlich zu den schwierigsten Sätzen im Berufsleben!
00:00:52: Ja und herzlich willkommen bei Schwarzleicht-Schwer deinem Podcast für Klarheit und Haltung.
00:00:57: Ich bin Bettina Schwarz.
00:00:59: schön dass du heute wieder dabei bist.
00:01:02: In diesem Podcast erzähle ich Geschichtenteile Beobachtungen aus meinem Alltag Und gebe dir am Ende jeder Episode ein Klarheitsimpuls mit auf dem Weg.
00:01:13: Nicht weil ich glaube auf alles eine Antwort zu haben, sondern weil ich überzeugt bin das gute Gedanken oft dort entstehen wo Menschen bereit sind ehrlich hinzuschauen.
00:01:23: und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.
00:01:26: Vor einiger Zeit saß sich mit einer Führungskraft zusammen.
00:01:29: eigentlich war es ein ganz normales Gespräch.
00:01:32: wir wollen über Abläufe sprechen über Verantwortlichkeiten über Veränderungen im Team eigentlich nichts außergewöhnliches.
00:01:40: So ein Gespräch, wie ich es seit vielen Jahren führe.
00:01:45: Es wurde gelacht und diskutiert, es wurden Ideen gesammelt – genau das mag ich an solchen Gesprächen!
00:01:51: Wenn Menschen anfangen offen zu denken nicht mehr nur in Problemen sondern in Möglichkeiten aber nach einer Weile wurde es ruhiger.
00:02:02: die Führungskraft lehnte sich zurück.
00:02:04: sie schaute einen Moment auf ihre Notizen.
00:02:07: dann sagte sie einen Satz, den Sie vermutlich gar nicht besonders wichtig fand.
00:02:12: Manchmal hoffe ich einfach dass mich niemand etwas fragt worauf ich keine Antwort habe.
00:02:20: Ich schaute hoch und fragte ganz ruhig Warum?
00:02:27: Dann kam mir ein Lächeln etwas verlegen entgegen und die Antwort war weil ich Führungskraft bin mehr nicht.
00:02:36: aber eigentlich war alles gesagt.
00:02:39: Auf der Heimfahrt ließ mich dieser Satz irgendwie nicht mehr los.
00:02:42: Nicht, weil er neu gewesen wäre?
00:02:45: Ganz im Gegenteil – ich habe ihn in den vergangenen dreißig Jahren in den unterschiedlichsten Varianten gehört!
00:02:53: Das müsste ich doch wissen….
00:02:55: Ich darf mir keine Unsicherheit erlauben ….
00:02:58: Wenn ich jetzt keine Antwort habe verliere ich an Autorität….
00:03:02: Ja vielleicht kennst du diese Gedanken auch.
00:03:05: Vielleicht bist Du Unternehmer, vielleicht hörst Du ein Team, vielleicht arbeitest Du auch in einem Projekt Oder vielleicht hast du in deinem Beruf gar nichts damit zu tun, vielleicht kennst du einfach nur dieses Gefühl.
00:03:18: Andere erwarten etwas von dir und du möchtest sie nicht enttäuschen.
00:03:23: Du möchtes Sicherheit geben, Orientierung, Verlässlichkeit – und plötzlich entsteht ein Gedanke im Kopf.
00:03:31: Ich muss die Antwort kennen!
00:03:33: Ich glaube genau dort beginnt etwas das viele Menschen unglaublich viel Kraft kostet.
00:03:41: Wenn ich heute auf meine eigene Laufbahn zurückblicke, dann erinnere ich mich an viele Situationen, denen ich genau so gedacht hatte.
00:03:48: Gerade am Anfang meiner Selbstständigkeit.
00:03:51: Da wollte ich wissen oder wollte beweisen dass ich gut vorbereitet bin das ich kompetent bin das sich meine Kunden auf mich verlassen können.
00:04:01: Ich hatte das Gefühl auf jede Frage sofort reagieren zu müssen.
00:04:06: Heute muss ich manchmal darüber schmunzeln Denn ich weiß inzwischen Nicht die aktuelle Antwort hat Vertrauen geschaffen, sondern es war das ehrliche Gespräch.
00:04:18: Das musste ich allerdings auch erst lernen und dieses Lernen hat nichts mit Fachwissen zu tun – es hat schlicht und einfach Mithaltung zu tun!
00:04:28: Und ich erinnere mich daran einen Termin bei dem ich eine Frage gestellt bekam auf die ich keine Antwort hatte.
00:04:34: Mein erster Impuls war sofort etwas zu sagen … Einfach damit keine Stille entsteht….
00:04:42: Das kennst du sicherlich auch.
00:04:44: Diese wenigen Sekunden fühlen sich manchmal unglaublich lang an, man denkt, jetzt musst Du etwas sagen!
00:04:52: Jetzt schauen Dich alle an und jetzt darf auf keinen Fall Unsicherheit entstehen.
00:04:58: Ich glaube genau diese Sekunden hat jeder schon ganz oft im Leben erlebt Und genau diese sekunden entscheiden oft auch darüber wie wir auftreten.
00:05:09: Damals habe ich kurz inne gehalten Es waren vielleicht drei oder vier Sekunden mehr nicht.
00:05:15: Dann habe ich gesagt, das weiß ich im Moment nicht und gleich danach?
00:05:21: Ich möchte das sorgfältig prüfen und komme auf sie zurück.
00:05:26: Weißt du was passiert ist?
00:05:28: Gar nix!
00:05:29: Niemand war irritiert.
00:05:31: Niemand hatte meine Kompetenz in Frage gestellt.
00:05:34: Im Gegenteil Das Gespräch wurde ruhiger ehrlicher.
00:05:39: Ich hatte plötzlich das Gefühl dass gar nicht erwartet worden perfekt zu sein.
00:05:44: Es wurde erwartet, ehrlich zu sein!
00:05:47: Und das war für mich ein wichtiger Moment – nicht weil ich eine gute Antwort gegeben habe sondern weil ich verstanden habe dass Ehrlichkeit oft viel stärker wirkt als Perfektion.
00:06:02: Seitdem beobachte ich dieses Thema immer wieder.
00:06:05: Nicht nur bei Unternehmern, nicht nur bei Führungskräften auch beim Mitarbeitenden eigentlich bei uns allen weil wir leben in einer Zeit, in der Antworten jederzeit verfügbar sind.
00:06:18: Wir nehmen unser Smartphone in die Hand und fragen eine Suchmaschine oder eine KI.
00:06:23: Wir erwarten Geschwindigkeit und vielleicht erwarten wir deshalb auch von uns immer mehr sofort eine Antwort zu haben.
00:06:35: Aber ist das wirklich Kompetenz?
00:06:39: Oder haben wir einfach verlernt einen Gedanken reifen zu lassen?
00:06:46: Und manchmal frage ich mich, wann wir eigentlich aufgehört haben zu sagen.
00:06:51: darüber möchte ich erstmal nachdenken.
00:06:57: Denn genau das ist oft die ehrlichste Antwort.
00:07:01: Wenn ich heute auf mehr als dreißig Jahre Berufserfahrung zurückblicke dann ist mir noch etwas anderes aufgefallen.
00:07:09: Die Menschen, die mich wirklich beeindruckt haben waren selten diejenigen, die auf jede Frage sofort eine Antwort hatten.
00:07:16: Es waren häufig die Menschen, die einen Moment innehalten konnten.
00:07:20: Die zugehört haben, die nachgefragt haben – die vielleicht sogar gesagt haben ich muss darüber nachdenken oder auch das weiß ich im Moment noch nicht.
00:07:32: und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hatten sie eine besondere Präsenz, eine Ruhe, eine Klarheit denn Sie mussten nichts vorspielen und ich glaube genau darin liegt ein Unterschied über dem wir viel zu selten sprechen.
00:07:49: Es gibt einen Unterschied zwischen Sicherheit und Gewissheit.
00:07:54: Gewissheid bedeutet, ich kenne die Antwort – und Sicherheit bedeutet Ich kann auch damit umgehen dass ich die Antwort im Moment noch nicht kenne!
00:08:05: Und gerade wenn wir Verantwortung tragen halte ich diesen Unterschied für wichtig Denn wie realistisch ist es eigentlich immer alles zu wissen?
00:08:14: als Unternehmerinnen oder Unternehmer, als Führungskraftaltsmitarbeiter gerade in Zeiten, in denen sich so vieles verändert.
00:08:22: Wir treffen Entscheidungen obwohl wir nicht alle Entwicklungen kennen.
00:08:26: Wir führen Menschen der Bedürfnisse und Erwartungen sich verändern.
00:08:30: Wir arbeiten mit neuen Technologien, Märkte verändern sich, Rahmenbedingungen verändern.
00:08:40: Wenn wir in dieser Welt den Anspruch haben auf alles eine Antwort zu müssen, dann stellen wir eine Forderung an uns selbst die wir eigentlich gar nicht erfüllen können.
00:08:49: Und trotzdem versuchen wir es.
00:08:51: Ja warum ist das so?
00:08:53: Vielleicht weil wir glauben dass Menschen von uns Sicherheit erwarten und das stimmt wahrscheinlich sogar.
00:08:59: aber vielleicht verwechseln wir auch hier etwas denn Sicherheit geben bedeutet für mich nicht so zu tun als wäre alles sicher.
00:09:07: manchmal entsteht Sicherheit gerade dort dadurch Dass jemand sagt, ich weiß noch nicht wie das ausgeht und dann ergänzt.
00:09:15: Aber ich sage dir was ich bereits weiß oder auch Ich kann dir heute noch keine Entscheidung nennen aber ich kann dir sagen Wie wir zu dieser Entscheidung kommen.
00:09:26: Oder ein letzter Gedanke dazu.
00:09:29: Darauf habe ich gerade keine Antwort.
00:09:31: Ich kümmere mich darum So wie es in meinem Fall auch war Und das ist für mich Orientierung.
00:09:37: Nicht alles wissen, sondern transparent damit umzugehen was bereits klar ist und was auch nicht!
00:09:47: Auch da habe ich in meinen vielen Jahren Erfahrung gesammelt – da fällt mir jetzt gerade noch so ein Geschäftsführer ein – in dessen Unternehmen eine Veränderung anstand.
00:09:57: Es gab natürlich viele Fragen.
00:09:59: Was wird passieren?
00:10:00: Was bedeutet das?
00:10:01: Wie geht es weiter?
00:10:02: Wann wissen wir
00:10:03: mehr?!
00:10:04: Und ja, es gab auf viele dieser Fragen schlicht noch gar keine Antwort.
00:10:09: Ich weiß auch wir haben damals darüber gesprochen wie wir damit umgehen möchten.
00:10:15: Natürlich hätte man versuchen können möglichst viel Sicherheit auszustrahlen und der Geschäftsführer hätte Antworten formulieren können die irgendwie beruhigt gelangen.
00:10:26: er hätte auch sagen können das bekommen wir schon hin oder macht euch keine Gedanken?
00:10:31: Ja, aber diese Sätze die wir da schnell sagen oft mit gute Absicht führen nicht zum Ziel und er hat sich zum Glück anders entschieden.
00:10:40: Er sagte zu seinen Mitarbeitenden so sinngemäß fällt mir das noch ein.
00:10:44: Ich kann euch heute nicht alle Fragen beantworten.
00:10:46: einige Dinge weiß ich selbst noch nicht Aber ich möchte euch sagen was bereits feststeht Und sobald ich mehr weiß erfahrt ihr es und ich fand diesen Moment schon bemerkenswert.
00:10:58: Er war vielleicht jetzt nicht spektakulär und es war keine große Rede, kein großer Auftritt.
00:11:04: Aber eins war es – Es war einfach Klarheit!
00:11:09: Und vielleicht gerade deshalb so wirkungsvoll?
00:11:12: Denn die Unsicherheit war danach natürlich nicht verschwunden.
00:11:17: aber es war etwas anderes da und das heißt Vertrauen.
00:11:21: Die Mitarbeiter wussten nicht plötzlich wie die nächsten Monate aussehen würden Aber Sie wussten, woran sie bei Ihrem Geschäftsführer waren.
00:11:30: Und manchmal ist genau das die Orientierung die Menschen brauchen.
00:11:35: Vielleicht liegt auch daran eine wichtige Erkenntnis für Führung – wir sprechen so viel darüber Orientierung zu geben aber Orientierung ist nicht dasselbe wie eine Antwort.
00:11:45: Manchmal bedeutet Orientierung ich kenne das Ziel aber noch nicht jeden Schritt und manchmal bedeutet sie auch Ich weiß was wir heute entscheiden können und was noch warten muss Aber manchmal bedeutet sie eben auch, ich weiß es nicht.
00:12:02: Aber ich übernehme Verantwortung dafür ist herauszufinden und für mich gehört auch mal dieser zweite Teil zu diese Erzählung die ich heute habe zu dem Thema Ich Weiß Es Nicht gehört auch dazu weil es zeigt auch das es bedeuten kann.
00:12:22: ja ich hab mich vielleicht nicht gut vorbereitet ich möchte mich noch nicht darum kümmern Und ich gebe die Verantwortung weiter.
00:12:29: Aber nein, darüber spreche ich heute nicht.
00:12:31: Ich spreche heute tatsächlich über ein Bewusstes – ich weiß es noch nicht!
00:12:35: und das ist ein Satz der Nicht-Verantwortung abgibt sondern Realität anerkennt.
00:12:41: Und dem dann etwas folgt nämlich nachdenken prüfen Nachfragen entscheiden oder gemeinsam eine Lösung entwickeln.
00:12:51: Vielleicht ist deshalb der stärkste Satz gar nicht «Ich weiß es nicht», vielleicht lautet er Aber ich übernehme Verantwortung dafür, wie es weitergeht.
00:13:04: Das ist etwas völlig anderes.
00:13:06: Weißt du was ich daran besonders spannend finde?
00:13:10: In meiner Arbeit als Beringspartnerin erlebe ich immer wieder das Menschen mit einer Frage zu mir kommen und zunächst glauben Ich müsste ihnen die Antwort geben.
00:13:20: Manchmal höre ich Bettina!
00:13:22: Was würdest Du machen?
00:13:24: Natürlich kann ich darauf antworten.
00:13:26: Ich kann meine Erfahrungen einbringen, ich kann eine Situation einschätzen.
00:13:29: Ich kann widersprechen!
00:13:31: Ich kann auf Risiken aufmerksam machen und manchmal sage auch sehr deutlich wie ich etwas sehe.
00:13:38: aber häufig stelle ich zunächst eine Gegenfrage nicht um eine Antwort auszuweichen sondern weil ich wissen möchte was denkst du selbst?
00:13:47: Was weißt du bereits?
00:13:48: Was sagt deine Erfahrung?
00:13:50: Was hält dich zurück oder was brauchst du noch?
00:13:53: Und immer wieder Passiert dann etwas, was ich besonders mag.
00:13:57: Mein Gegenüber beginnt zu erzählen erst vorsichtig, dann klarer.
00:14:03: Gedanken werden ausgesprochen Argumente sortieren sich und irgendwann fällt ein Satz wie eigentlich weiß ich jetzt was ich tun möchte?
00:14:13: Das sind für mich absolut besondere Momente denn sie zeigen Wir brauchen nicht immer jemanden der uns eine Antwort gibt.
00:14:20: Manchmal brauchen wir jemand der mit uns aushält, dass die Antwort noch nicht da ist.
00:14:26: Jemanden, der nicht sofort die Stille füllt... Der nicht vor schnell eine Lösung findet, der eine gute Frage stellt und dann wartet!
00:14:37: Und ich musste das selbst lernen.
00:14:39: aber heute gelingt es mir, dass sicherlich auch nicht in jeder Situation, denn natürlich kenne auch ich den Impuls helfen zu wollen, wenn jemand mit einem Problem kommt möchte er eine Lösung anbieten.
00:14:54: Das fühlt sich gut an und ja sind natürlich wir tragen dazu etwas bei aber manchmal ist eine schnelle Lösung gar nicht das was der andere braucht.
00:15:04: Manchmal braucht er Raum.
00:15:07: Er braucht Raum für Zusammenarbeit auch für Verständnis, für Führung.
00:15:17: Manchmal sind es sogar die Gespräche mit uns selbst, dass wir sagen nicht jede Frage muss sofort beantwortet werden.
00:15:23: Manche Fragen dürfen einfach einen Moment stehen bleiben – manchmal ein Tag, manchmal eine Woche.
00:15:29: und dann eine schnelle Antwort ist nicht automatisch eine gute Antwort.
00:15:34: Und ein ehrliches Nichtwissen ist auch nicht automatische Unsicherheit!
00:15:39: Vielleicht hörst du diese Episode gerade und denkst an eine Situation, die du kennst?
00:15:44: An ein Gespräch?
00:15:44: An eine
00:15:45: Frage?!
00:15:46: Vielleicht an einem Moment, in dem du selbst etwas gesagt hast obwohl du eigentlich noch gar keine Antwort hattest oder einen Menschen bei dem du sofort gespürt hast der weiß es auch nicht.
00:15:59: Aber er tut so und wir spüren solche Dinge erstaunlich schnell weil Worte können Sicherheit vermitteln aber Haltung können wir nur schwer verstecken Und vielleicht ist deshalb Glaubwürdigkeit so viel wichtiger als Perfektion.
00:16:16: Ich muss nicht alles wissen, damit du mir vertrauen kannst.
00:16:19: Aber du solltest darauf vertrauen können, dass ich ehrlich mit dir umgehe.
00:16:24: Dass ich nicht so tue als wüsste ich etwas was ich nicht weiß und das ich zu meinem Wort stehe wenn ich sage ich kläre das und komme auf dich zurück?
00:16:35: Das ist für mich eine Form von Souveränität die mit den Jahren immer wichtiger geworden ist.
00:16:41: Nicht möglich schnell zu reagieren sondern zu wissen, wann eine Antwort Zeit braucht.
00:16:47: Und vielleicht dürfen wir den Satz – ich weiß es nicht – deshalb einmal ganz anders betrachten!
00:16:52: Nicht als Ende eines Gespräches, sondern als Anfang.
00:16:57: Denn danach kann eine Frage kommen wie können wir es herausfinden oder was wissen wir bereits?
00:17:04: Oder auch wen sollen wir noch fragen oder sogar welche Möglichkeiten sehen wir?
00:17:11: und plötzlich verändert sich etwas.
00:17:13: Aus einer Person, die vermeintlich alles wissen muss werden mehrere Menschen, die gemeinsam denken dürfen.
00:17:20: Und genau dort entsteht oft etwas das eine schnelle Antwort verhindert hätte.
00:17:25: Nämlich eine bessere Lösung, eine neue Perspektive und vielleicht sogar eine Idee auf die allein niemand gekommen wäre?
00:17:35: Das ist für mich übrigens auch eine formoderne Führung nicht immer vorne zu stehen und zu sagen ich weiß wo es lang geht sondern manchmal auch dem Mut zu haben, in die Runde zu fragen wie seht ihr das?
00:17:47: Das nimmt Führung nicht weg aber es verändert sie.
00:17:51: Und zum Abschluss mein Klarheitsimpuls den ich dir heute mitgeben möchte und dieses Mal ist er ganz einfach Beobachte dich in den nächsten Tagen einmal in Situationen in denen jemand eine Antwort von dir erwartet.
00:18:05: Du musst nichts verändern.
00:18:06: beobachte zunächst nur Was passiert.
00:18:09: in dir entsteht sofort dieser Impuls.
00:18:12: Ich muss jetzt etwas sagen.
00:18:14: Versuchst du die Stille schnell zu füllen?
00:18:17: Oder kannst Du einen Moment
00:18:18: warten?".
00:18:19: Und wenn Du tatsächlich etwas nicht weißt, dann probiere einmal aus es genauso zu sagen Nicht entschuldigen!
00:18:26: Nicht klein!
00:18:27: Nicht unsicher!
00:18:28: Sondern ruhig und klar!
00:18:30: Nämlich der Satz.
00:18:31: das weiß ich im Moment nicht.
00:18:33: Und dann überlege welcher zweite Satz zu Dir und zur Situation passt.
00:18:38: Das kann vielleicht sein... oder du sagst, darüber möchte ich erst nachdenken.
00:18:45: Oder lass uns gemeinsam schauen wie wir eine gute Antwort finden und dann beobachte nicht nur dein Gegenüber, beobache auch dich selbst!
00:18:54: Was passiert wenn Du den Anspruch loslässt sofort eine Antwort haben zu müssen?
00:18:59: Entsteht vielleicht sogar etwas Leichtigkeit mehr Ruhe, mehr Aufmerksamkeit für die eigentliche Frage und vielleicht stellst Du fest, Du verlierst gar keine Souveränität.
00:19:11: Du gewinnst sie.
00:19:13: und der Satz, der aus dieser Episode bleiben soll den ich dir mitgeben möchte.
00:19:19: Souveränität zeigt sich nicht darin auf alles eine Antwort zu haben sondern darin auch mit einem ehrlichen Ich weiß es nicht Orientierung geben zu können.
00:19:30: Und wenn ihr dieses Satz in den nächsten Tagen wieder begegnet oder ist vielleicht auch an ein Moment dessen dem du glaubst unbedingt etwas sagen zu müssen denn erinnere dich daran Du musst nicht auf alles eine Antwort haben, aber du kannst entscheiden wie ehrlich und verantwortlich du damit umgehst.
00:19:49: Und ja...und ich sage einfach danke dass du heute wieder ein Stück mit mir gedacht hast!
00:19:56: Ich wünsche dir gute Gespräche in denen Fragen erlaubt sind, in denen dich sofort eine Lösung parat gehalten werden muss und in denen Ehrlichkeit mehr zählt als der Versuch perfekt zu wirken.
00:20:09: Und ich freue mich, dass wir uns bei der nächsten Episode bei Schwarz-Leicht-Schwer wieder hören können mit Themen für Klarheit und Haltung.
00:20:19: Und wünsche dir bis dahin eine gute Zeit!
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